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Datca Info - Balue Reise - Törnbericht-Marmaris - Datca - Knidos - Bodrum - Fethiye

[1. Tag] Marmaris - Arap Adasi (35 sm)  

 

Törnbericht von Andreas Benne (1998)
© Andreas Benne
Mit freundlicher Genehmigung.
Den Originaltext und mehr Fotos finden Sie in
www.buchtbader.de.

ROUTE
Marmaris (1.Tag)
Arap Adasi (2.Tag)
Bozuk Bükü (3. Tag)
Bozburun (4. Tag)
Datca (5./6. Tag)
Palamut Bükü (7.Tag)
Knidos (7. Tag)
Serce Limani (9. Tag)
Drachenbuch t (9.Tag)
Fethiye (11. Tag)
Ölü Deniz (11.Tag)
Cumlu Bükü (12.Tag)
Marmaris (13. Tag)
Blaue Reise


Morgens:
Als erstes gibts von Sunsail eine sehr ausführliche Gebietseinführung, allerdings auf englisch. Das war jetzt zwar nicht so tragisch, aber etwas anderes daführ viel mehr: Das "Hafenführerbuch" ist von Sunsail selbst verfaßt, und natürlich auch auf englisch. Es besteht aus zusammengehefteten schwarz-weiß Kopien. Allerdings sind darin bei weitem nicht alle Buchten erwähnt. Ich wills mal so sagen: Wenn man sich hier nicht auskennt hört man sich besser die Revierbeschreibung an und fährt dann nur dahin wo man drüber gesprochen hat. Die Sunsail Crew gibt bereitwillig zu jeder Frage ausführiche Antwort. Dennoch werde ich mir fürs nächste mal diesen "Edition-Maritim Türkeiführer" kaufen ;-)

Vor dem Auslaufen gibts dann noch so Kleigkeiten zu erledigen, wie einen Eisblock für den Cockpittisch kaufen und den Motor fürs Dingie testen - man weiss ja nie was die von "funktioniert" verstehen. (Hatte aber auch nix genützt, wie sich einige Tage später rausstellen sollte....)

12.00:
Los gehts, bei ordentlichen 4 bis 5 Windstärken. An der Ausfahrt der Marmarisbucht wechselt dann wegen Landabdeckung laufend absolute Flaute mit 5 Windstärken ab. Innerhalb einer Stunde wechselten wir mehrmals zwischen Motor, Segel komplett gesetzt und Segel gerefft - zum Teil mit ansehnlicher Krängung. Als wir um die Ecke nach SW biegen geht es dann besser. 5 Windstärken bläst es jetzt stetig aus Westen. Wir wollen in diese eher kleine und feine, sowie glasklare kleine Bucht namens "Arap Adasi", die ein richtiger Geheimtip ist. (Natuerlich ist sie NICHT im Sunsailführer erwähnt.)

18.00:
Wir absolvieren ein vorschriftsmäßiges Ankermanöver mit 2 Leinen. Es war vielleicht nicht das schnellste, aber es war ja auch das erste ;-). Dann gibt den ersten "Anleger", und den ersten "Buchtbader". Das heißt, eigentlich war der Buchtbader zu der Zeit noch nicht definiert, also: "Alle gingen schwimmen"

 

 

 

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[2. Tag] Arap Adasi - Bozuk Bükü (13 sm)

 

 


Morgens:
Wir  genießen die Ruhe und das klare Wasser hier in der Bucht. Der Morgen vergeht bei diversen Wasser-, Land- und Dingie-Expeditionen. (Wie verhindert man, daß eine Schiffsschraube sich in dieses 1m unter der Oberfläche schwimmende und am Boden befestigte Tau verfängt - Man bindet einen Stein dran, sofern man lange genug die Luft anhalten kann um einen Knoten zu machen...)

12.40:
Nach dem Anker lichten üben wir noch ein wenig "Motor fahren" mit der Jacht. Jeder darf sich mal im Vorwärts- und Rückwärtsgang um die Achse drehen und sich über den Radeffekt auslassen. Trotz Saildrive ist er nicht sonderlich ausgeprägt und wird durch die wieder vohandenen 4-5 Windstärken verfälscht.

13.10:
Nun gehts weiter Richtung Westen. Und der Wind kommt, wie gestern, auch aus Westen - und zwar mit kräftigen 5, bis vielleicht 6. Typisches Meltemi-Wetter. Wir haben leider keinen Windmesser an Bord und müssen die Windstärke schätzen. Jedenfalls ist es ein ungemütlicher, ja fast frustrierender Tag - zumindest aus der Sicht eines Skippers. Und ganz besonders wenn man diesen Rollgross-Kram sowieso nicht leiden kann ;-)

Unser Kurs, gegen den Wind, also kreuzen! Segel gerefft (gerollt), also Winkel zum Wind bescheiden !! Fahrt, naja ein Rennboot ist eine 36-Fuss-Jacht halt nicht. Wir drücken uns am Ufer entlang, um wenigstens nicht mit den ganz großen Wellen kämpfen zu müssen. Weiter draußen überholt uns langsam eine 46-Fuss Jacht, die "normal"-gerefft einen deutlich besseren Winkel fahren konnte. Sie hatte allerdings auch ordentlich mit den Wellen zu kämpfen. Aber die kamen wenigstens vom Fleck - nicht wie wir - also nächstes Jahr.....
 

15.00:
Ratsch, und die Klemme des Genuaeinrollers bricht ! 5 Windstärken war wohl zuviel. Es sind hier überall tolle stabile Klemmen montiert, nur der Genuaeinroller hat so ein kleines Fuzelding... das kann ja nicht halten. Also provisorisch die Einrollerschot über die Winsch gelegt, die jedoch gleichzeitig für den Großeinrollmechanismus gebraucht wird.... (ach dieser Rollkram, ich sags ja)

16.00:
Nach wirklich erbärmlichen 13 sm in 3 Stunden (13sm Kreuzkurs auf dem GPS, die Entfernung auf direkten Kurs sag ich lieber nicht) laufen wir Bozuk Bükü an und ankern direkt unter halb der alten Zitadelle bei dem kleinen Restaurant "Ali Baba". Der Wirt winkt uns auch ganz heftig und rudert uns entgegen um unsere Landleine zu übernehmen.

Abends: Wir konnten nicht umhin, diesem netten "Ali Baba" einen Restaurantbesuch zu verwehren. Seine kleine Tochter (?) kam irgendwann längsseits gerudert und frage mit ihren wahrscheinlich einzigen 3 Wörtern englisch: "chicken or fish ?" Wir gestikulierten: "3 chicken, 3 fish". Das "Chicken" wurde dann noch extra geschlachtet, bevor wir 3h später an Land gingen und das kleine Resaurant zu 50% besetzten.

 

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[3.Tag]  Bozuk Bükü - Bozburun (22 sm)

 

 


Morgens:
Zum Frühstück gibts Salat - Ankersalat! Aber es war nicht so tragisch. Er ließ sich normal und ohne Problem lösen.

11.00:
Abfahrt. Und schon wieder 5 von vorne, also von Westen, wo wir noch immer hin müssen. Damit ist klar, heute schaffen wir es nicht nach Datca. Was wiederum bedeutet, daß wir deutlich mehr Zeit verlieren wie geplant und uns in der 2.Woche nicht so lange im Golf von Gökova aufhalten können wie geplant. Man könnte also sagen, das Rollgroß hat uns daran gehindert rechtzeitig zur Kleopatrainsel zu kommen.... Aber das alles macht ja eigentlich nichts - wir sind im Urlaub!

Nachmittags:
Es wurde es dann auch noch ein sehr schöner Segel-Nachmittag. Der Wind hat an der Ecke von Karaburun, wo wir nach Norden abgebogen sind, auf Stärke 4 nachgelassen. Dazu kommt, daß unser Tagesziel Bozburun tief im Hisarönü-Golf liegt, also müssen wir sogar etwas nach NO und haben daher Raumschotskurs, was allen an Bord gefällt - nach der Bolzerei bisher. Ulli gefällt es am Steuer sichtlich gut (sie hatte dabei auch was über Segeltheorie dazugelernt), und wir merken gar nicht wie wir mit 6 oder 7 Knoten vor den Wellen dahinrasen.

15.45:
Leinen fest im Hafen. Am Ufer weht eine "Sunsail" Flagge an einem Restaurant. Sie haben eine Vereinbarung mit Sunsail - man bekommt Rabatt bei einem Restaurantbesuch. Nun, das lassen wir uns dann auch nicht entgehen. Wir waren ja auch erst gestern essen... aber gestern ist schon 22 sm her.

 

 

 

 

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[4. Tag] Bozburun

 

 


9.15:
Wir laufen aus und verholen uns in eine schöen Bucht in der Nähe. Es stehen dort auch einige byzantinische Ruinen rum. Dort wollen wir einen Gammeltag machen und bis morgen bleiben.

ab 10.15:
Es ist ein wirklich gemütlicher Tag. Wir liegen in der Sonne, schwimmen, liegen wieder in der Sonne, und entdecken die ersten "Wolken" des Törns: leichte Cirruswolken am Horizont - aber wirklich nur GANZ leicht.

Irgendwann stellen wir endgültig fest, daß das Bord-Barometer falsch geht. Man kann zwar hier in der Türkei alles erleben, insbesondere daß sich das Barometer gerade andersherum verhält wie man es gewohnt ist (kein Witz), aber ein mehrtägiger Vergleich mit Holgers Barometeruhr zeigt: Es geht wirklich falsch!

Ich weiss nicht mehr wer auf die Idee mit dem Wasserball kam.... Aber nachdem uns das Landleinen-Netz zu einfach wurde, haben wir einen Pütz-Korb konstruiert.

 

 

 

 

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[5. Tag] Bozburun - Datca (26 sm)

 

 


8.00:
Anker auf - Frühstück auf der Fahrt zurück nach Bozborun, wo wir die Vorräte auffrischen wollen. Tagesziel ist Datca. Wir müssen so früh los, weil wir nicht wissen was uns draußen erwartet. Wenn der Wind immer noch so stark aus Westen kommt, kann es sein dass wir es am Tage nicht nach Datca schaffen.

Es stellte sich aber heraus, daß der Wind recht drastisch auf 2-3 abgenommen hatte. Wir konnten daher mit voller Segelfläche fahren, was und einen besseren Winkel zum Wind erlaubte ( Endlich weg, diese "Rollerei" ;-) )

15.50:
Wir legen in Datca an um einiges zu erledigen. Da wir aber direkt vor den Kneipen liegen, fahren wir später in die kleine Bucht auf der anderen Seite. Letzts Jahr war das ein willkommener Schutz gegen den Schwell aus SO, und letztes Jahr gab es hier auch keine Fliegen......

 

 

 

 

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[6.Tag]  Datca - Palamut Bükü (15 sm)

 

 

9.45:
Anker auf und nichts wie weg aus dieser "Fliegenbucht". In der Nacht hatten sich tausende Fliegen im Boot niedergelassen. Anscheinend gibt es eine Müllkippe am Ufer. Heiko hat sich mit 2 Handtüchern bewaffnet und stellt den nervigen Fiechern nach. 10 oder 50 Fliegen sind ja OK, aber 1000 bis 5000..... es ist unglaublich ! Draußen setzen wir Segel bei 2 Windstärken. Der Wind und Heikos unermüdliche Aktivitäten haben das Fliegennivo nach ein oder 2 Stunden auf ein erträglichees Maß reduziert.

11.00:
Gegen 11 und 12 Uhr hat der Wind uns nun vollends verlassen. Ohne Windmesser kann man nur schätzen: 0-1 Windstärken. Etwas weiter draußen und noch weiter weg vom Land scheint ein wenig mehr los zu sein. Aber wir müßten 30 Min nach Süden motoren, und Süden ist doch nicht unsere Richtung.

Also machen wir eine gemütliche Zeit auf See. Man muß ja nicht zwingend in einer Bucht liegen um sich in die Sonne zu legen oder schwimmen zu gehen.

" Was, das Land ist so weit weg? Na und? ....jetzt spring schon , du Buchtbader ! "

So - da haben wir ihn jetzt: den Begriff "Buchtbader" ! Natürlich folgt daraus automatisch der sich selbst erklärende "Hochseeschwimmer".

13.30:
Das kräuseln des Wassers hatte es schon seit langem angekündigt: Wind ! Er kam wieder zum Vorschein und blies sachte aus NW. Wir machen schon über 1 kn fahrt. Zeit für die "Hochseeschwimmer" wieder an Bord zu kommen, auch wenn es gerade erst anfängt Spaß zu machen sich an der Leine mit dem Pfänder dran hinter dem Boot herziehen zu lassen. Kurz darauf fielen 4 Windstärken in die Segel ein, und wir rauschten davon.

13.40:
Mütze über Bord ! Wir fahren ein Mütze-über-Bord Manöver, aber vergeblich. Es gibt Gerüchte, ein Fisch hätte sich die Mütze gekrallt, und er wartet noch auf eine Badehose - aber das gehört an eine andere Stelle ;-) Aus Spaß an der Freude und weil heute optimales Wetter ist fahren wir noch ein paar Boje-über-Bord Manöver.

15.00:
Schnell fahren wir die letzten Seemeilen nach Palamut Limani und machen im Hafen fest.

Abends:
wollen wir in das Rastaurant am Westende der Straße gehen. Den Wirt kannte ich schon vom letzen mal, und er mich auch noch, zu meinem Erstaunen.

 

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[7. Tag] Palamut Bükü - Knidos (13 sm)

 

 


11.00
Wir verlassen diesen kleinen Ort. Es ist eigenlich nur ein Schutzhafen, aber ich finde es trotzdem ganz nett hier. Draußen erwarten uns wieder "sportliche" 4-5 Windstärken. Unser Tagesweg ist kurz, aber es gibt keine Alternative: auf nach Knidos !

Kurz vor dem Ziel ergibt sich ein Problem mit dem Motor: Der Gang geht nicht raus. (Ja raus, weil im Segelbetrieb eingekuppelt war) Wir standen kurz vor dem Segeleinholen, als wir den Motor nicht anwerfen können weil der Leerlauf nicht rein wollte. Irgendwann gings dann.... Die Lösung fand ich erst einen Tag später, als das gleiche Problem nochmals auftrat: Bei 5 oder 6 Knoten Fahrt durchs Wasser geht der Gang nicht raus, wohl wegen Druck auf dem Propeller. Ärgerlich, wenn man nicht weis worans liegt und mit Gewalt am Hebel zerrt!

13.45
Recht früh laufen wir in Knidos ein. Wir absolvierten 2 Ankermanöver, weil ich mich mit der Länge der Ankerkette mal wieder verschätzt hatte und diese zu kurz war. Aber die Kette sollte auch komplett raus nach Möglichkeit, weil die Anker hier NIE halten ! Unser Nachbarskipper war sichtlich besorgt als er seinen Anker mit der Winsch dichtholen und eingraben wollte - und plötzlich der Anker wieder am Bug baumelte ;-) Hier hält halt nichts, hat es nie und wird es auch nie.

Abend
Am Abend gehen wir wieder essen.

 

 

 

 

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[8. Tag] Palamut Bükü - Serce Limani (38 sm)

 

 

Morgens:
Wir zum Auslaufen bereit sind, macht sich die große privat-Ketch neben uns auf den Weg, nimmt Kurs auf die Ausfahrt, und kommt abrupt zum stehen.... Aha - die Sandbank! Aber mangelnde Vorsicht kann man oft mit entsprechend PS und Rückwärtsgang wieder wettmachen. Also strapaziert der erstaunte Skipper mal gerade seine ichweißnichtwieviel PS, und fuhr dann an der Sandbank vorbei.

11.00:
Abfahrt, nachdem wir geschlagene 30 Minuten Wasser gebunkert hatten - ein bischen mehr Wasser.

12.15:
Der achterliche Wind bringt uns dazu, die Genua auszubaumen und eine Weile "Schmetterling" zu segeln, bei über 6 kn ! 

17.30:
An der schmalen Einfahrt der Bucht (oder besser: Schlucht) findet das reinste Wettrennen statt. Schiff an Schiff reiht sich ein , um in der Bucht von einem Einweiser im Ruderboot in den Nord- oder Südteil beordert zu werden. Wir begeben uns in die Nordecke. Am Abend zählen wir fast 30 Boote! 

18.00:
Es ist sehr sehr tief hier! Der Anker fällt auf 17 Meter! Das Ankermanöver fahren wir 2 mal, bis die maximale Kette von 50 Metern draußen ist ohne daß wir mit den Felsen auf Tuchfühlung liegen. Es muß reichen. An eine dieser Bojen wollten wir nicht, da dies zwingend mit einem Restaurantbesuch verbunden gewesen wäre. Das nächste mal plane ich aber lieber ein, hier zu essen - mal schläft dann ruhiger ;-)  Jetzt gibt's aber erstmal ein "Anleger" - das war mal wieder stressig! (50 Meter Kette runter, rauf, wieder runter... während wartende Schiffe in der engen Schlucht manövrieren.)sserdruck wäre hier auch nicht fehl am Platze!

 

 

 

 

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[9. Tag] Serce Limani - Drachenbucht (48 sm)

 

 


7.45:
Früh geht's weg, der Weg nach Osten wird lang. Der Wind kommt wieder Raumschots, den ganzen Tag, so muß das sein! Ein Schmetterling war zeitweise auch wieder möglich. Das Ganze dann bei ständig 6-7 kn Fahrt und mehr. Wir fliegen quasi nach Osten. Die Rumpfgeschwindigkeit kann doch unmöglich 8 kn sein..... man müßte mal nachrechnen. "Hallo, wer weiß gerade die Formel aus dem Kopf? Naja, dann bin ich wenigstens nicht der Einzige."

16.30:
 Wir warten frei treibend in der Bucht vor dem Strand bis sich die Jacht vor uns entschieden hat, wo sie ihre Landleinen festmachen will, denn im Moment weiß sie es wohl selbst noch nicht. Aber es stört uns nicht zu warten, wir haben ja Zeit, und die Sonne scheint warm in die Bucht hinein. Außerdem kommt gerade ein fahrender, bzw. schwimmender, Eisverkäufer vorbei um uns eine Runde Eis zu verkaufen, was wir irgendwie nicht schaffen abzulehnen. Es wurde dann auch mit Sicherheit die teuerste Runde Magnum die wir je gegessen hatten. Aber schließlich bekommt man nicht ständig das Magnum bei abendlichem warmen Sonnenschein in eine sehr schöne verträumte Bucht nachgefahren!

16.50:
Nach dreifacher Verlängerung der Steuerbord-Landleine, die jetzt 40m lang ist, machen wir den Motor aus. Jetzt gibt's noch einen kühlen Anleger (der darf um Gotteswillen nicht fehlen, die Crew droht schon mit Meuterei...), in einer der schönsten und verträumtesten Buchten des Turns. (Ach, das hatte ich schon erwähnt ? )

 

 

 

 

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[10. Tag]  Drachenbucht - Fethiye (15 sm)

 

 


Morgens:
Meine Tauchversuche ergaben, daß unser Anker nicht eingegraben war. Obwohl der Anker sich bei den obligatorischen 2500 U/min Rückwärtsfahrt am letzten Abend nicht gerührt hatte, heißt das wohl nicht immer, daß er eingegraben ist. Es lag wohl eher an den 45 Metern Ankerkette, bei nur 7 Meter Wassertiefe.  

13.00:
Spät lichten wir Anker. Aber wir haben ja auch nur gemütliche 15 sm zu segeln, und hier in der Drachenbucht ist es wirklich schön gewesen. 

15.15:
Wir segeln um das Kap vor Fethiye weiter Richtung Zielmarina, mit 4-6 kn und einer spiegelglatten Wasseroberfläche. Dabei hängen wir einen Segler hinter uns ab, der aus Bequemlichkeit schon an der Ecke die Segel weggenommen hatte, und seit einiger Zeit unter Motor versucht uns zu überholen. Auf den letzten Drücker erst nehmen wir die Segel weg, als wir dem motorenden Segler ausweichen müssen. Wir hätten allerdings auch frech auf unsere Vorfahrt bestehen und ihm in den Weg fahren können ;-) 

16.00:
Leinen fest in der kleinen aber netten YES-Marina. 

Ich muß noch anmerken: Gaby ist heute mit der vollen Bierdose in der Hand eingeschlafen, aber hatte am nächsten Tag keinen dicken Kopf.... 

 

 

 

 

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[11.Tag] Fethiye - Ölü Deniz (24 sm)

 

 


Frühstück:
Gibt es heute Morgen auf der Terrasse des Marinalokals. Von hier kann man sehr schön die Sunsail Yacht beobachten, deren Crew gerade zu Testzwecken das Rollgroß ausrollen will. Leider verläuft der Test negativ. Was soviel heißt wie: An dem armen, unglücklich und wohl falsch aufgerolltem Rollgroß, wurde mit Gewalt solange gezerrt, bis es riß... und riß... und weiter riß ! Tja, hab ich´s nicht gesagt? Dieser neumodische Kram! Bin ich froh, daß wir ein normales sportliches schönes Groß mit Segellatten haben ;-)

10.30:
Abfahrt, Kurs Ölü Deniz, was ein Hauptziel des Turn ist. 

14.50:
Anker liegt auf 25 (in Worten: fünfundzwanzig) Metern !! Und wir haben doch nur 50 Meter Kette.... Aber es ist nicht anders zu machen, es gibt keine Alternative. Immerhin wollen wir hier nicht über Nacht bleiben, was man ja auch überhaupt nicht darf. Erwähnenswert hier ist vor allem das Wasser! Die Bilder sind keine Fotomontage, sondern das Wasser ist hier so türkis - es ist unglaublich ! Die Ankerbucht ist recht klein und relativ viel besucht, und daher mehr Mittel zum Zweck. Die Sandbank von Ölü Deniz ist schon sehenswert. Man müßte sich allerdings die Touristen mit den Liegestühlen wegdenken! Ansonsten ist es hier absolut nicht ruhig und verträumt. Von Jetski bis Paragliding und Bananaboot ist hier alles vertreten. 
 

18.45:
Festmachen an einer Boje in der "Gemiler Reede", einer geschützten Bucht 2 sm westlich von Ölü Deniz

 

 

 

 

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[12.Tag] Ölü Deniz - Cumlu Bükü (60 sm)

 

 


8.20:
Abfahrt, weil es noch absolut windstill ist, und wir jetzt noch wertvolle sm gutmachen können.

Aber der Wind kam... und zwar wie befürchtet von der falschen Richtung. Der gleiche West-Nord-West Wind, der uns auf der Herfahrt so schön von Achtern geschoben hatte, will uns jetzt von vorne das Leben schwer machen. Ich sag nur, 2-facher Weg, 4-fache Zeit, und 8-facher Ärger.... Naja, 8-facher Ärger stimmt nicht ganz. Es war schon mal witzig, einen Tag lang einen hard-am-Wind Kurs zu haben. Zumal uns das bisher erspart geblieben ist. Einmal muß das auch dabeigewesen sein! Trotzdem waren wir heilfroh, als wir mit Einbruch der Dunkelheit dann doch endlich ankamen. Der Tag hatte einige versalzene Jeans, T-shirts und Schuhe verursacht. Das Regenzeug und die Lifebelts blieben uns aber zum Glück noch erspart. (Hätten wir das Regenzeug zu Hause gelassen, hätten wir´s bestimmt gebraucht ;-) )

19.40:
Leinen fest in Cumlu Bükü, nach unglaublich langen 60sm. Es wird gerade Dunkel. Es war der längste Weg des Törns gewesen. Auf direktem Kurs wären es nur 30 sm gewesen, das mit dem 2-fachem Weg wäre also wiedermal bewiesen. Wir beschließen, heute doch essen zu gehen. Jeder ist K.O., und das Ende des Törns ist jetzt leider nur allzu greifbar.

 

 

 

 

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[13.Tag] Cumlu Bükü - Marmaris (9,3 sm)

 

 


12.00:
Ob wir wollen oder nicht, wir müssen erstens: Ablegen , und zweitens: zum letzen Mal !

Das Problem des Tages besteht darin, wie wir aus den 5 sm zur Basis "8" machen, damit wir am Ende auf über 400 gesegelte Seemeilen kommen. Nun, die Lösung ist: Man fährt Zickzack, und zieht die halbe Crew an einer Leine hinter dem Boot her. Dies ist ohne Probleme möglich, weil heute Flaute ist. 1 bis 2 Knoten Wind, maximal 2 bis 3 am Nachmittag, mehr ist nicht drin! Es reicht gerade, daß unsere Melancoly etwas schneller fährt als man unter höchster Anstrengung schwimmen kann (So schnell kann man auch gerade noch mit dem Dinghi rudern, nebenbei gesagt).

15.30:
Mit 402 Seemeilen laufen wir in der Basis ein, rückwärts, weil man hier rückwärts rein muß! Ich fahre nach dem Motto: Wer bremst verliert! Mit gesunder Geschwindigkeit läßt sich jeder Kahn einigermaßen rückwärts um Ecken herum steuern. Und falls nicht, würde das Schiebe-und-Abfänder-Dinghi eingreifen, welches uns auf Tuchfühlung folgt.

Als die Landleinen und die Murring fest sind, gibt's natürlich noch den mittlerweile obligatorischen Anleger. Den letzten leider - für dieses Jahr ! Ich glaube wir werden sie vermissen, die Anleger. Aber immerhin ist absolut nicht auszuschließen, daß wir nächstes Jahr nochmals hier sind. Im Gegenteil, es könnte gut sein. Immerhin haben wir es dieses mal nicht zur Kleopatra-Insel geschafft!

 

 

 

 

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